Top 5 aufstrebende Winzerinnen und Winzer im Rioja 2026: Wer prägt die neue Generation?
Rioja im Umbruch: Neue Generation trifft alte Tradition
Rioja zählt rund 66.000 Hektar Rebfläche, 586 Weingüter und eine Jahresproduktion von etwa 250 Millionen Flaschen – doch die traditionsreiche Region steht unter Druck. Rückläufiger Weinkonsum stellt die Branche insgesamt vor Herausforderungen, während gleichzeitig eine neue Winzergeneration mit globaler Erfahrung und terroirbetonten, stark fokussierten Weinen für Bewegung sorgt.
Rahmen für diesen Wandel bilden die 2017 eingeführten Klassifikationskategorien Vino de Municipio und Viñedo Singular, die eine an Burgund erinnernde regionale Hierarchie schaffen und inzwischen einige der besten Weine Riojas hervorbringen. Vor diesem Hintergrund hat Decanter im Rioja Report 2026 fünf Produzenten hervorgehoben, deren Weine sich durch Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein von der Masse abheben.
| Weingut | Ort | Besonderheit | Auszeichnung / Merkmal |
|---|---|---|---|
| Sierra de Toloño (Sandra Bravo) | Villabuena de Álava | Alte Reben bis 700 m, Edelstahl & Tonamphoren | 2019 „Young Winemaker of the Year" (Tim Atkin); 2023 First Growth Group |
| Artuke (Brüder de Miguel) | Baños de Ebro | 25 ha biodynamisch, Terroir-first, dorf-/parzellenspezifisch | Teil der „Rioja'n'Roll"-Bewegung, New-Wave-Erzeuger |
| Tentenublo (Roberto Oliván) | Viñaspre | Lebendige, ortsspezifische Weine, wenig Eichenholz | Gilt als einer der spannendsten jungen Winzer Riojas |
| Vinos en Voz Baja | Ausejo | Erste Rotweine erst 2021, ruhige Stilistik | Abkehr vom klassischen Rioja-Stil |
| Mazo | k. A. | Alte Garnacha (rot, weiß, grau), Pasera, Viura, Tinto Velasco | Sanfte Traubenbehandlung statt starker Extraktion |
Sandra Bravo: Rioja's mehrfach ausgezeichnete Rückkehrerin
Sandra Bravo verkörpert wie kaum eine andere den Wandel Riojas. Nach Stationen in Bordeaux, Chianti, Marlborough, Kalifornien und sieben Jahren im Priorat kehrte sie 2012 zurück und produzierte ihren ersten Jahrgang bei Sierra de Toloño. In Villabuena de Álava bewirtschaftet sie alte Rebparzellen auf bis zu 700 Metern Höhe und arbeitet mit Edelstahl, neutralem Holz und Tonamphoren.
Tim Atkin MW kürte sie 2019 zur „Young Winemaker of the Year"; im selben Jahr rückte Sierra de Toloño in seiner Rioja-Klassifikation in die „Second Growth Group" auf, 2023 folgte der Sprung in die „First Growth Group". 2022 und 2023 wurden zudem drei ihrer Weine zum Wine of the Year gekürt – auch der Decanter Rioja Report 2026 zählt sie erneut zu den Standout-Produzenten.

Rioja'n'Roll: Artuke, die Brüder de Miguel und die Terroir-Bewegung
Artuke gilt als Aushängeschild der „Rioja'n'Roll"-Bewegung, einer Gruppe junger Erzeuger, die auf eigenständige, terroirgetreue Weine setzt. Auf rund 25 Hektar arbeitet der Betrieb biodynamisch und verfolgt einen Terroir-first-Ansatz mit dorf- und parzellenspezifischen Abfüllungen unter der Genérico-Klassifikation statt klassischer Alterungskategorien. Getragen wird das Projekt von den Brüdern Arturo und Kike de Miguel, die den Weinberg und die kleine Kellerei ihres Vaters in Baños de Ebro übernahmen und heute zu den gefragtesten Erzeugern der „New Wave" zählen.
Ergänzt wird diese Bewegung durch Roberto Oliván von Tentenublo in Viñaspre, bekannt für lebendige, ortsspezifische Weine ohne starke Eichenholz- und Extraktionsprägung, sowie durch das junge Projekt Mazo in Ausejo. Dort entstanden erst 2021 unter dem Namen Vinos en Voz Baja die ersten Rotweine – aus alten Garnacha-Reben und mit besonders sanfter Traubenbehandlung. Beide stehen für eine fokussierte, unaufgeregte Interpretation Riojas.
Organisierter Aufbruch: Am 2. März 2026 wurde die Vereinigung Viticultores Independientes de Rioja gegründet. Sie vertritt 38 Weingüter, die ausschließlich aus eigenen Weinbergen abfüllen – darunter José Gil, Artuke, Jesús Mendoza und Abel Mendoza. Die Gründung markiert einen sichtbaren Schritt hin zu einer selbstbewussten, terroirorientierten Erzeugergemeinschaft innerhalb der Region, die insgesamt rund 66.000 Hektar Rebfläche, 586 Weingüter und eine Jahresproduktion von etwa 250 Millionen Flaschen umfasst.
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