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Toskana-Winzerdynastien: Diese 5 Familienweingüter prägen die Region seit Jahrhunderten

28. September 2026 · Von Dominik Wojcik · 3 Min. Lesezeit
Toskana-Winzerdynastien: Diese 5 Familienweingüter prägen die Region seit Jahrhunderten

Toskana: Wein als Familienerbe über Jahrhunderte

Wie schon im Piemont zeigen Familienporträts eindrucksvoll, wie eng Weinbau und Generationenfolge miteinander verwoben sein können – nirgends wird dies jedoch so greifbar wie in der Toskana. Schriftliche Aufzeichnungen bringen die Familie Ricasoli bereits seit 1141 mit der Weinherstellung in Verbindung, bei Antinori reicht die Tradition laut Familienüberlieferung bis 1385 zurück. Die Familie Mazzei ist seit 1435 im Besitz des Weinguts Castello di Fonterutoli; bereits 1398 hatte Ser Lapo Mazzei als Erster schriftlich über Chianti als Weinbauregion berichtet. Auch Frescobaldi und Biondi-Santi stehen für eine über Generationen fortgeführte Handwerkskunst.

Diese Kontinuität hat die Region maßgeblich geprägt: Bereits 1716 legte Cosimo III. de’ Medici die zulässigen Chianti-Anbaugebiete fest – ein früher Vorläufer heutiger DOC- und DOCG-Regelungen. Auf diesem historischen Fundament bauen die fünf vorgestellten Weingüter bis heute ihre Reputation auf.

Auf einen Blick zeigen sich Alter, Größe und Aushängeschilder der fünf toskanischen Weingutsdynastien in ihrer ganzen Bandbreite – von der erstmaligen urkundlichen Erwähnung im Mittelalter bis zu den heutigen Flaggschiff-Weinen.

Weingut Gründungsjahr Generationen Fläche & bekanntester Wein
Antinori 1385 26 2.200 ha – Tignanello
Frescobaldi k. A. 30 über 1.000 ha – Nipozzano Riserva
Ricasoli 1141 (urkundlich) 32. 1.200 ha, davon 240 ha Reben – Chianti Classico
Mazzei 1435 24 650 ha, davon 117 ha Reben – Castello di Fonterutoli
Biondi-Santi 1865 7 47 ha (Il Greppo) – Brunello di Montalcino

Antinori und Frescobaldi: Pioniere des modernen Weinbaus

Die Adelsfamilie Antinori widmet sich seit ihrer Gründung durch Giovanni di Piero Antinori im Jahr 1385 seit 26 Generationen dem Weinbau. Auf dem heute 2200 Hektar großen Weingut werden jährlich rund 20 Millionen Flaschen produziert. 1971 schuf Piero Antinori mit dem Tignanello den ersten Supertoskaner und erneuerte damit gemeinsam mit Önologe Giacomo Tachis den italienischen Spitzenweinbau von Grund auf.

Die Familie Frescobaldi widmet sich seit dreißig Generationen der Herstellung toskanischer Weine und besitzt über 1000 Hektar Rebland, womit sie zu den größten Weingutsbesitzern Europas zählt. Bereits 1855 pflanzte sie auf Castello Pomino als Erste in Italien die Weißweinsorten Chardonnay und Pinot Bianco. Heute gehören der Familie sieben Weingüter, darunter Nipozzano und Castelgiocondo.

Nahaufnahme reifer Sangiovese-Trauben an einem toskanischen Rebstock, im Hintergrund unscharf ein altes Gutshaus

Ricasoli und Mazzei: Wurzeln bis ins Mittelalter

Das Haus Ricasoli gilt vielen Quellen zufolge als ältestes Weingut Italiens: Schriftliche Aufzeichnungen belegen die Weinherstellung der Familie bereits seit 1141. Um 1872 legte Bettino Ricasoli, der auch als italienischer Ministerpräsident wirkte, die erste Rezeptur des klassischen Chianti fest. 1993 gelang Francesco Ricasoli in der 32. Generation die Rückführung des Anwesens Castello di Brolio in Familienbesitz.

Die Familie Mazzei ist seit 1435 auf Castello di Fonterutoli ansässig, mittlerweile in der 24. Generation. Bereits 1398 hatte Ser Lapo Mazzei als Erster schriftlich über Chianti als Weinbauregion berichtet. Im 18. Jahrhundert überzeugte Filippo Mazzei seinen Freund Thomas Jefferson, in Virginia erste Weinberge anzulegen.

Biondi-Santi: Die Erfindung des Brunello

Das Weingut Biondi-Santi wurde 1865 von Ferruccio Biondi Santi gegründet. Bereits sein Onkel Clemente Santi hatte auf der Tenuta Il Greppo reinsortigen Sangiovese vinifiziert und 1869 den Begriff „Brunello“ eingeführt; 1888 produzierte Ferruccio Biondi Santi schließlich die erste Flasche Brunello di Montalcino und schuf damit einen Weinstil, dem die Appellation ihre Existenz verdankt. Auf der 47 Hektar großen Tenuta Il Greppo stehen bis heute Reben, die über 80 Jahre alt sind und aus dem Jahr 1930 stammen.

Inzwischen führt die siebte Generation der Familie das Weingut, angeführt von Jacopo Biondi Santi und dessen Sohn Tancredi. Internationale Anerkennung fand der Jahrgang 1955: Das Magazin Wine Spectator nahm ihn in die Liste der zwölf besten Weine des 20. Jahrhunderts auf.

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Dominik Wojcik

Weinliebhaber und Gründer von Rotweine.org

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei ROTWEINE.org.

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