Piemont-Winzer der Zukunft: 5 Newcomer, die Sie 2026 auf dem Schirm haben sollten
Piemont im Wandel: Warum aufstrebende Winzer jetzt zählen
Das Piemont verfügt über etwas mehr als 53.000 Hektar Weingärten und bietet eine große Bandbreite an Rotweinen, von straffem, jungem Barolo DOCG bis zu fruchtigen, zugänglichen Dolcetto-Weinen. Entgegen der Erwartung ist nicht Nebbiolo die meistangebaute Rebsorte, sondern Barbera nimmt etwa die Hälfte der Rebfläche ein.
Während Barolo und Barbaresco international im Rampenlicht stehen, wurde das Roero-Gebiet lange Zeit wenig beachtet und wird bis heute unterschätzt. Gerade diese aufstrebende Region entwickelt sich zum Nährboden für besonders innovative und ehrliche Winzer, die abseits etablierter Pfade neue Wege gehen.
Die folgende Übersicht ordnet die fünf Newcomer nach Weingut, Standort und Schwerpunkt – als schneller Einstieg vor den ausführlichen Porträts.
| Weingut / Winzer | Standort | Gründung | Spezialisierung |
|---|---|---|---|
| Lalù (Lara Rocchetti & Luisa Sala) | Serralunga d'Alba; Reben in La Morra & Monforte d'Alba | 2015, erster Jahrgang 2019 | Barbera d'Alba, Langhe Nebbiolo, Barolo Le Coste di Monforte |
| Marisa Bacher | Monforte d'Alba | 2020 | Dolcetto, Barbera, Langhe Nebbiolo (Mikromengen) |
| Renato Vezza (Bricco Ernesto) | Priocca | Familienbetrieb, 4. Generation; biodynamisch seit 1990 | Arneis, Nebbiolo |
| Hiroto & Rie Sasaki (Cascina Lieto) | Castiglione Tinella | 2018 | Maischestandzeit-Moscato, Cortese, Freisa, Barbera |
| Luca Faccenda (Valfaccenda) | Roero | 2010 | Roero-Weine, Kollektiv SoloRoero |
Lalù: Zwei Turinerinnen und ihr Weg zum eigenen Barolo
Lalù wurde 2015 von den befreundeten Turinerinnen Lara Rocchetti und Luisa Sala gegründet, deren Initialen dem Weingut den Namen geben. Beide sammelten zuvor Erfahrung bei renommierten Burgunder-Häusern wie Domaine Lafon und Domaine Cécile Tremblay sowie bei den piemontesischen Betrieben Reva und Conterno-Fantino. 2019 fanden sie eine kleine Kellerei zur Miete in Serralunga d'Alba und produzierten dort ihren ersten Jahrgang.
Begonnen hatte das Projekt mit einem halben Hektar Nebbiolo in der Roncaglie-Cru von La Morra; mittlerweile bewirtschaften Rocchetti und Sala über zwei Hektar Eigenbesitz sowie insgesamt fünf Hektar in La Morra und Monforte d'Alba. Ihr Sortiment umfasst einen Barbera d'Alba, einen Langhe Nebbiolo sowie einen Barolo aus der angesehenen Cru Le Coste di Monforte. Der 2022er Barbera d'Alba erzielte bei CellarTracker in sieben Community-Bewertungen im Schnitt 90,3 Punkte.

Marisa Bacher und Renato Vezza: Mikromengen mit Charakter
Marisa Bacher stammt aus dem Valsesia im nördlichen Piemont, wo ihre Familie am Fuß des Monte Rosa Milchkühe hielt; seit 2016 sammelte sie Erfahrung bei Mario Fontana in Castiglione Falletto. 2020 pachtete sie einen kleinen Weinberg in Monforte d'Alba mit teils bis zu 60 Jahre alten Dolcetto- und Barbera-Reben und startete mit nur 200 Flaschen ihr eigenes Projekt. Ihr Langhe Nebbiolo, für den sie Trauben aus Neive und Serralunga d'Alba verwendet, liegt bereits im dritten Jahrgang.
Renato Vezza leitet in Priocca den seit vier Generationen bestehenden Familienbetrieb Bricco Ernesto, dessen Weingut bereits seit 1990 biodynamisch zertifiziert ist. Nach Stationen bei Marco Pierre White in London sowie in Kanada und Australien kehrte er ins Piemont zurück und produziert dort gemeinsam mit Partnerin Samantha Giacosa in mikroskopischen Mengen lediglich einen Arneis und einen Nebbiolo.
Hiroto Sasaki und Luca Faccenda: Naturwein und Roero-Innovation
Hiroto Sasaki zog 1997 von Japan nach Rom und vertiefte sich in die italienische Weinwelt. Inspiriert von großen Naturweinmachern des Nordens, gründete er mit seiner Frau Rie ein eigenes Projekt: Auf gut einem Hektar in Castiglione Tinella entstand 2018 Cascina Lieto, wo bis zu 60 Jahre alte Moscato- und Cortese-Reben sowie Freisa und Barbera für die Rotweine stehen. Aushängeschild ist ein tief tanninhaltiger, minimalintervenierender Maischestandzeit-Moscato.
Luca Faccenda ist erste Winzergeneration, stammt jedoch aus einer seit Jahrhunderten im Roero verwurzelten Familie. Nach dem Önologiestudium in Turin mit Praktikum bei Matteo Correggia und Stationen in Neuseeland gründete er 2010 mit seiner Frau Carolina Roggero das Label Valfaccenda, das inzwischen rund fünf Hektar bewirtschaftet. 2013 schloss er sich mit Cascina Fornace und Alberto Oggero zum Kollektiv SoloRoero zusammen – ein Beispiel für das lange unterschätzte, heute zunehmend innovative Roero-Gebiet.
Weinliebhaber und Gründer von Rotweine.org
Sicherer Versand


